Private Kreditaufnahme
in Deutschland
Kreditverhalten in 2011
Insgesamt 97,5 Prozent aller Ratenkredite – so viel wie im Vorjahr – wurden im Jahr 2011 ordnungsgemäß bedient.
Zu 91,2 Prozent der Personen im SCHUFA-Datenbestand liegen ausschließlich positive Informationen vor. Die positiven Kreditbiographien bleiben damit auf einem hohen Niveau.
Im Jahr 2011 haben die Verbraucher etwa 1 Prozent weniger neue Ratenkredite abgeschlossen als 2010. Mit jeweils rund 7,2 Millionen neu aufgenommenen Krediten stabilisierte sich damit das Niveau im Vergleich zu 2009, dem Jahr mit der „Abwrackprämie“.
Gleichzeitig erhöhte sich aber das Interesse an Krediten – gemessen an der Anzahl der SCHUFA-Anfragen von Banken um 9 Prozent zum Vorjahr. Darin zeigt sich die wachsende Bereitschaft der Verbraucher, vor einem Kreditabschluss mehrere Angebote einzuholen. Dieser Trend ist im Zehnjahresvergleich besonders deutlich: Starteten die Verbraucher 2001 für einen Kredit durchschnittlich 1,5 Anfragen, waren es im Jahr 2011 schon 1,8 Anfragen.
Während die Anzahl der neuen Kredite zurückging, stieg die Höhe der neu aufgenommenen Kredite. Unter anderem vergrößerte sich der Anteil von Krediten über 10.000 Euro. Da kleine Kredite gleichzeitig etwas an Gewicht verloren, vergrößerte sich das Durchschnittsvolumen neuer Ratenkredite gegenüber 2010 um 8,6 Prozent von 7.099 Euro auf 7.712 Euro.
Die Gesamtzahl der laufenden Ratenkredite ist bis Ende 2011 auf 17,2 Millionen leicht gesunken. Im Jahr zuvor waren es 17,3 Millionen. Dabei verlief die Entwicklung bei jungen und alten Konsumenten gegenläufig. Während die Zahl der Kredite bei Konsumenten bis 49 Jahre zurückging, legte sie bei den über 50-Jährigen zu.
Die Kreditlaufzeiten sind seit einigen Jahren rückläufig. Vor allem unter jüngeren Konsumenten geht der Trend zu kürzeren Verbindlichkeiten. Die kürzere Laufzeit passt zu den geringeren durchschnittlichen Höhen der aufgenommenen Kredite dieser Altergruppe.
Generation 60+
Die Generation 60+ verfügt bislang über eine unterdurchschnittliche Anzahl von laufenden Krediten. Allerdings legte in den vergangenen zehn Jahren der Anteil der Personen mit Kredit bei den mindestens 60-Jährigen merklich zu. Das belegt die deutlich wachsende Teilnahme der Generation 60+ am Kreditmarkt sowie deren zunehmende wirtschaftliche Bedeutung.
Mit zunehmendem Alter steigen die Kredithöhen. So war in der Gruppe der über 60-Jährigen 2011 ein leicht überdurchschnittlicher Anstieg der Volumen neuer Ratenkredite feststellbar. Die höchste durchschnittliche Kredithöhe ist in der Altersklasse der 55- bis 59-Jährigen zu verzeichnen.
Ein besonderes Merkmal der Generation 60+ ist der sehr hohe Anteil vertragsgemäß bedienter Kredite. Bei den 60- bis 74-Jährigen liegen die Ausfallquoten lediglich zwischen 1,8 und 1,9 Prozent. Sie sind im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren zudem stabil.
Die Altersgruppe ab 60 liegt auch bei den Negativmerkmalen deutlich unter dem Durchschnitt. Insgesamt haben 95,9 Prozent aller über 60-Jährigen eine positive Kreditbiographie, im Vergleich zu 91,2 Prozent im Gesamtdurchschnitt. Diese Auswertungen belegen eine hohe Rückzahlungsquote und Zuverlässigkeit der Generation 60+.











