Aufgabenstellung
Welche soziodemographischen und sozialstrukturellen Merkmale charakterisieren verschuldete bzw. überschuldete Personen? Zur Informationserweiterung des repräsentativen SCHUFA Datenbestandes zu Art und Höhe von Zahlungsstörungen wurde der Informationsgehalt mit personen- und haushaltsspezifischen Kontextmerkmalen anderer repräsentativer Datensätze synchronisiert und ergänzt. Die repräsentativen Datensätze des Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) und die Schuldnerberater-Daten (CAWIN) lieferten Ansätze zur vergleichenden Analyse unterschiedlicher Sozialprofile.
Kernergebnis
Störungen in der Partner- bzw. Familienbeziehung (Trennung, Scheidung, Tod des Partners etc.) erweisen sich als recht typisch für die Gruppe der Überschuldeten. Typisch ist außerdem ein relativ niedriges Ausbildungsniveau. Die drei am häufigsten genannten Ursachen für die Überschuldung sind Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut und Scheidung. Von besonderer Bedeutung ist der Ratenkredit. Auffällig ist der relativ kleine Anteil an der Überschuldung von Handy und Telefon. Im Zusammenhang mit Konsumentenkrediten entfallen auf Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren überproportional viele Überschuldete. Hypothekarkredite spielen für die jungen Erwachsenen noch keine Rolle. Grundsätzlich kommt bei den jungen Erwachsenen der Verschuldung bei Privatpersonen wie Eltern, Verwandte, Freunde noch eine große Bedeutung zu.
Autoren: Prof. Dr. Udo Reifner, Dr. Dr. Gunther E. Zimmermann
Prof. Dr. Udo Reifner, Jurist, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen e.V. in Hamburg, seit 1981 Professor für Wirtschaftsrecht an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Berater bei Verbänden, Ministerien und der EU-Kommission.
Dr. Dr. Gunther E. Zimmermann, Mathematiker und Soziologe. Seit 2000 freiberuflicher Sozialwissenschaftler und Armutsforscher. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Themen wie Soziale Ungleichheit, Armut, Überschuldung.