Wege in die Überschuldung und ihre Ursachen

Aufgabenstellung

Welche Wege führen in die Überschuldung und was sind die Ursachen dafür? Wie kann Überschuldung messbar gemacht werden? Ziel ist, sich auf Basis der Daten des sozio-oekonomischen Panel (SOEP) der absoluten Anzahl überschuldeter Haushalte in Deutschland anzunähren. Dabei wird die relative Überschuldung anhand der notwendigen Lebenshaltungskosten nach dem Sozialhilferichtsatz sowie nach den Pfändungsfreigrenzen festgelegt. Des Weiteren werden anhand typischer soziodemographischer und struktureller Merkmale Wege in die Überschuldung aufgedeckt und erste Ansätze für einen gangbaren Weg aus der Überschuldung geboten.

Kernergebnis

Als eine Ursache der Überschuldungsprozesse privater Haushalte ist der Verlust von Erwerbsarbeit anzusehen. Mehr als die Hälfte aller verschuldeten Haushalte, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, sind überschuldet, wenn als Existenzminimum für die Lebenshaltungskosten die Pfändungsfreigrenze herangezogen wird. Das Risiko der Überschuldung von allein Erziehenden-Haushalten ist um ein Mehrfaches höher im Vergleich mit den anderen Haushaltstypen. Analysen des Überschuldungsrisikos verschuldeter Privathaushalte nach der Berufsgruppenzugehörigkeit des Haupteinkommensbeziehers zeigen, dass verschuldete Haushalte, deren Haupteinkommensbezieher der Berufsgruppe der ungelernten und angelernten Arbeiter zuzuordnen ist, das höchste Überschuldungsrisiko aufweisen. Das geringste Überschuldungsrisiko entfällt auf die Haushalte der freien Berufe und selbständigen Akademiker.

Autor

Dr. Dr. Gunter E. Zimmermann: Mathematiker und Soziologe; seit 2000 freiberuflicher Sozialwissenschaftler und Armutsforscher. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Themen wie Soziale Ungleichheit, Armut, Überschuldung. Mitglied des Gutachtergremiums für den 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung.




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