Aufgabenstellung
Wie steht es um die Situation der privaten Überschuldung im internationalen Vergleich? Welche Lösungskonzepte halten andere Staaten bereit, um der dortigen privaten Ver- und Überschuldung zu begegnen? Die vorliegende Studie gibt einen Überblick über die rechtlichen und tatsächlichen Bewältigungsstrategien anderer Länder für die Probleme des „modernen Schuldturms“. Die Studie geht auf die Situation in den USA, in Großbritannien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Finnland Schweden und Portugal ein.
Kernergebnis
Die vorhandenen Datensätze lassen international zwei Haupttrends erkennen:
Erstens: Dem Konsumentenkredit kommt immer stärker die Funktion zu, die Ausgabenliquidität zu sichern. Dies ist am deutlichsten in den USA und Großbritannien zu erkennen. In beiden Ländern gleicht der Kredit Einkommenseinbußen bzw. -schwankungen als Folge von Arbeitslosigkeit und kurzzeitigen Arbeitsverhältnissen im Niedriglohnsektor aus. Zweites: Überschuldung ist in keinem Land eine Randerscheinung, sondern hat sich zu einem drängenden sozialen Problem entwickelt. Alle nationalen Regierungen sind sich des Handlungsbedarfs bewusst.
Autoren
Prof. Dr. Udo Reifner, Jurist, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) e.V. in Hamburg, seit 1981 Professor für Wirtschaftsrecht an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Berater bei Verbänden, Ministerien und der EU-Kommission.
Helga Springeneer: Referentin des Vorstandes des VZBV (Verbraucherzentrale Bundesverband), zuvor Juristin am Institut für Finanzdienstleistungen (IFF) e.V. in Hamburg.