Datenlage zu Privatinsolvenzen und Überschuldung privater Haushalte.

Aufgabenstellung

Was sind die Auslöser einer Überschuldungssituation? Welche Personenkreise sind von Überschuldung betroffen? Um diese Fragen zu beantworten, führt das statistische Bundesamt neben der offiziellen Insolvenzstatistik seit 2006 eine Überschuldungsstatistik auf Basis des Datenpools von Schuldnerberatungsstellen aus ganz Deutschland und der offiziellen Insolvenzstatistik durch. Die Erkenntnisse tragen dazu bei, Lösungsvorschläge zur Verhinderung von Überschuldungssituationen zu entwickeln oder Wege aus einer schwierigen finanziellen Lage zu finden.

Kernergebnis

Ende 2007 und in der ersten Jahreshälfte 2008 zeichnet sich erstmals seit Einführung der Insolvenzordnung 1999 eine Beruhigung bei der Eröffnung von Verbraucherinsolvenzverfahren ab. Mit 48.000 Verbraucherinsolvenzen gab es im ersten Halbjahr 2008 sieben Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die durchschnittlichen Schulden betrugen 2007 mit 59.000 Euro nur noch rund ein Drittel der Durchschnittssumme des Jahres 2001.

Bei knapp acht Prozent der Personen, die 2007 eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchten, überstiegen die Verbindlichkeiten die 100.000 Euro-Grenze. Als häufigster Auslöser für eine Überschuldungssituation wurde Arbeitslosigkeit genannt (29 %), weiterer Auslöser war eine Änderung der Lebensumstände durch Trennung, Scheidung oder Tod des Partners/der Partnerin (14%). Die gescheiterte Immobilienfinanzierung wurde mit vier Prozent in relativ wenigen Fällen als Hauptauslöser für eine Überschuldung angegeben.

Autor

Statistisches Bundesamt Deutschland


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