Daten zum Leben in der Verbraucherinsolvenz

Aufgabenstellung

Welchen soziodemographischen Hintergrund haben Menschen, die sich im Verbraucherinsolvenzverfahren befinden? In dem Forschungsprojekt der Technischen Universität Chemnitz wurden die soziodemographischen Merkmale von 1.600 Personen untersucht, die in den Jahren 2005 und 2006 ein Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet hatten. Neben der Beschreibung von Ursachendimensionen für die Entstehung der absoluten Überschuldung skizziert die Untersuchung auch verschiedene Arten der Überschuldungsgefahren, Gläubigerstrukturen sowie den Verlauf und die Wirkung des Insolvenzverfahrens.

Kernergebnis

Die Primärbefragung ergab, dass insolvente Personen weder besser noch schlechter gebildet sind, als der Rest der Bevölkerung. Die Eröffnung einer Privatinsolvenz findet hauptsächlich in mittleren Lebensaltern statt. Als Hauptgründe nennen die Befragten Arbeitslosigkeit, Verlust des finanziellen Überblicks sowie Trennung/Scheidung. Die häufigsten Gläubiger sind der Studie zufolge Banken und Finanzdienstleister. Die Schuldensummen lagen bei den meisten Schuldnern zwischen 10.000 und 20.000 Euro.

Autoren:

Prof. Dr. Wolfram Backert, Professor am Lehrstuhl für allgemeine Soziologie an der Technischen Universität Chemnitz. Forschungsschwerpunkte: Soziale Ungleichheit, Überschuldung und Verbraucherinsolvenz.

Dr. Götz Lechner, Diplomsoziologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Ditmar Brock am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie an der Technischen Universität Chemnitz. Forschungsschwerpunkte: Transformationsforschung, Kultursoziologie, Konsumsoziologie, Sozialstrukturanalyse, soziale Ungleichheit im internationalen Vergleich, Armutsforschung und Verbraucherüberschuldung.




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