Armut und Überschuldung

Aufgabenstellung

Was ist Armut und wie lässt sie sich messen? Sind armutsgefährdete Haushalte häufiger verschuldet bzw. überschuldet? Welche Charakteristiken weisen armutsgefährdete und überschuldete Haushalte auf? Armut und Überschuldung sind zwei kontrovers diskutierte gesellschaftliche Phänomene, die nicht miteinander gleichzusetzen sind. Die vergleichende Analyse auf Basis der SOEP Daten 2007 befasst sich mit der Überschuldung von einkommensarmen bzw. armutsgefährdeten Haushalten.

Kernergebnis

Armut liegt dann vor, wenn das Nettoeinkommen der Betroffenen (im Falle von Überschuldung noch abzüglich der Zahlungsverpflichtungen aus Verschuldungen) ein sozialpolitisch festgelegtes (normatives) Existenzminimum unterschreitet, wobei der Gesetzgeber in Deutschland die Existenzminima für Armut und Überschuldung unterschiedlich hoch festgelegt hat. Privathaushalte, deren Nettoeinkommen unter der Pfändungsfreigrenze liegt, sowie armutsgefährdete bzw. einkommensarme Privathaushalte sind weder häufiger noch weniger häufig verschuldet als andere Einkommensgruppen. Allerdings ist unter den überschuldeten Privathaushalten mit Konsumentenkrediten der Überschuldetenanteil armutsgefährdeter bzw. einkommensarmer Haushalte überproportional hoch.

Autor

Dr. Dr. Gunter E. Zimmermann; Mathematiker und Soziologe. Seit 2000 freiberuflicher Sozialwissenschaftler und Armutsforscher. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Themen wie Soziale Ungleichheit, Armut, Überschuldung.



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