Finanzmanagement in deutschen Haushalten
Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung
Aufgabenstellung:
Ein bewusster Umgang mit Geld ist die beste Schuldenprävention. Wie und wofür Haushalte ihr Geld ausgeben und welche finanziellen Vorsorgemaßnahmen sie treffen, wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst – etwa von der grundsätzlichen Einstellung zu Geld, von Konsumpräferenzen, dem individuellen Finanzwissen und den persönlichen Handlungskompetenzen. Im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung untersucht der „SCHUFA Kredit- Kompass 2011“ diese Einflussfaktoren.
Kernergebnisse:
- Neun von zehn Befragten halten sich für gute Finanzmanager. 86 Prozent kontrollieren regelmäßig ihre Kontoauszüge, 24 Prozent legen feste Ausgabegrenzen etwa für Kleidung oder Lebensmittel fest, und drei von zehn Befragten führen Buch über Einnahmen und Ausgaben.
- Die unter 30-Jährigen haben allerdings einen weniger guten Überblick über ihre Ausgaben. Ein großer Teil der Befragten (rund 70 Prozent) fühlt sich bei finanziellen Entscheidungen sicher. Bei den unter 30-Jährigen sind es jedoch nur 60 Prozent.
- Der überwiegende Teil der Befragten geht planvoll mit seinen Finanzen um und versucht, so viel wie möglich zu sparen. Aber nicht einmal jeder zweite Befragte (48 Prozent) legt auch tatsächlich etwas zur Seite. Bei den unter 30-Jährigen sind es nur 39 Prozent.
- Trotz planvollen Handelns stellen der Überblick über die eigenen Finanzen und deren erfolgreiches Management für viele Menschen große Herausforderungen dar: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) findet es zunehmend kompliziert, die Finanzen im Griff zu behalten. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 69 Prozent.
- Insbesondere Preissteigerungen (40 Prozent) und hohe Lebenshaltungskosten, etwa für Miete, Energie und Mobilität (27 Prozent) werden als erschwerend für das Finanzmanagement genannt. Unter 30-Jährige nennen häufig (28 Prozent) auch den mangelnden Überblick über Angebots- und Anbietervielfalt.
- Im alltäglichen Umgang mit Geld, etwa beim Einkauf, scheint sich das Finanzwissen den Erfordernissen des Alltags anzupassen. Mit wenig konkreten, aber wichtigen Finanzthemen wie der privaten Altersvorsorge, Versicherungen und Vermögensbildung haben sich viele Befragte weniger intensiv beschäftigt. Das trifft insbesondere auf die unter 30- Jährigen zu.
Autorin:
Dr. Annika Ollrog; Redakteurin und Analystin am F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen
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